Häufige Fragen
Warum kann es zu Teil so lange dauern, bis endlich eine Diagnose bei Krebs gestellt wird, warum muss man sich so lange mit der Ungewissheit quälen?
Antwort Frau Dr. Trapp-Dammaschke: Es gibt eine Vielzahl verschiedener Krebserkrankungen, für die es ebenso viele unterschiedliche Therapiemaßnahmen gibt. Auch bei der Diagnose eines Krebses wie z. B. Lungenkrebs, gibt es sehr viele Untereinheiten, die alle verschieden behandelt werden können und sollen. Deshalb ist es für uns so wichtig, den Krebs genau zu identifizieren, seine Art zu untersuchen und festzustellen, wie weit er sich schon ausgebreitet hat. Nur so sind wir in der Lage, für den Patienten eine optimale und maßgeschneiderte Therapie zu erstellen.
Müssen einem bei der Chemotherapie grundsätzlich die Haare ausgehen?
Antwort Frau Dr. Trapp-Dammaschke: Nein, dies ist nicht immer der Fall, manche Chemotherapeutika führen immer zu Haarausfall, andere so gut wie nie und einige nur manchmal. Im Einzelfall kann Ihnen hierzu der behandelnde Onkologe Auskunft geben.
Muss man bei der Chemotherapie immer viel erbrechen, kann man hiergegen etwas tun?
Antwort Frau Dr. Trapp-Dammaschke: Nicht jede Chemotherapie führt zu heftigem Erbrechen, hier kommt es ganz auf die einzelnen Substanzen an. Außerdem haben wir heutzutage sehr gute Begleittherapien, so dass auch Chemotherapien, die früher sehr viel mit Erbrechen einhergingen, heutzutage deutlich besser verträglich sind.
Ist es richtig, dass immer, wenn ein Krebs Metastasen gesetzt, keine Heilung mehr möglich ist?
Antwort Frau Dr. Trapp-Dammaschke: Nein, das stimmt so nicht, ist aber leider bei vielen Krebserkrankungen noch immer der Fall. Es gibt jedoch auch Beispiele wie den Hodenkrebs des Mannes, der selbst bei ausgedehnten Lungenmetastasen noch durch Chemotherapie absolut heilbar ist. Auch werden heutzutage bei manchen Tumoren Metastasen operiert wie z.B. Leber- oder Lungenmetastasen bei Darmkrebs. Auch hierdurch kann in einigen Fällen eine endgültige Heilung erreicht werden.
Kann ich zur Krebsvorsorge bei meinem Hausarzt Blut abnehmen lassen und weiß dann, dass ich keinen Krebs habe?
Antwort Frau Dr. Trapp-Dammaschke: Nein, so etwas gibt es nicht, es gibt viele Krebserkrankungen die keine Veränderungen des Blutbildes hervorrufen, oder erst in sehr fortgeschrittenen Stadien. Eine normale Blutuntersuchung ist kein Garant dafür, nicht einen Krebs im Körper zu haben.
Wenn ich eine Chemotherapie brauche, wird diese dann auch von der Krankenkasse bezahlt, man hört immer wieder Horrorgeschichten, dass Leute Therapien nicht bekommen aus Kostengründen?
Antwort Frau Dr. Trapp-Dammaschke: Wenn eine Chemotherapie bei uns in Deutschland zugelassen ist, dann werden die Krankenkassen diese auch grundsätzlich bezahlen. Schwierigkeiten kann es geben, wenn noch keine Zulassung besteht. Hier muss möglicherweise ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden.
Man hört immer wieder, dass Patienten in Studien behandelt werden, was bedeutet dieses eigentlich?
Antwort Frau Dr. Trapp-Dammaschke: Medizinische Studien in der Krebstherapie sind deshalb wichtig, um herauszufinden, ob ein neues Medikament wirklich die erhoffte Besserung in der Behandlung bestimmter Krebserkrankungen erbringt. Dies können wir nur herausfinden, wenn sehr viele Patienten unter so genannten Studienbedingungen damit behandelt werden, also bekommt eine Gruppe dies neue Medikament, eine andere Gruppe bekommt dafür ein anderes Medikament oder ein Placebo. Weder Arzt noch Patienten wissen, welches das neue Medikament ist und welches das Kontrollmedikament, so dass keine subjektiven Einflüsse entstehen. Später werden dann aus vielen Studienzentren im ganzen Land die Ergebnisse ausgewertet, so können immer wieder neue und bessere Therapien für die Patienten gefunden werden. Die Teilnahme an Studien ist natürlich immer freiwillig.
Muss ich für die Chemotherapie ins Krankenhaus?
Antwort Frau Dr. Trapp-Dammaschke: Sehr viele Therapien können heutzutage ambulant durchgeführt werden, d.h., in einer Praxis oder Krankenhausambulanz, so dass man nicht stationär aufgenommen werden muss. Einzelne Therapien sind jedoch so überwachungsintensiv, dass eine stationäre Behandlung nicht umgangen werden kann.
Warum ist die Abwehr während einer Chemotherapie geschwächt?
Antwort Frau Dr. Trapp-Dammschke: Die Chemotherapie macht leider nicht nur die Krebszellen kaputt, sondern auch gesunde und wichtige Zellen des Organismus. Dieses sind vor allem schnell wachsende Zellen, hierbei besonders auch die Blutzellen. Die weißen Blutkörperchen sind für die Infektabwehr zuständig, unter der Chemotherapie können sie zum Teil stark absinken, dadurch sind die Patienten dann Infekt gefährdet. Die gesunden Zellen erholen sich jedoch im Laufe der Zeit wieder von dem Schaden.
Kann ich selber zusätzlich zur Chemotherapie auch etwas tun, um meinen Krebs zu bekämpfen?
Antwort Frau Dr. Trapp-Dammaschke: Sehr wichtig, um gut durch die Chemotherapie zu kommen, ist es, sich ausreichend zu ernähren. Das bedeutet eine ausreichende Kalorienzufuhr zu gewährleisten, vor allem auf Eiweiß und Vitamine zu achten. Außerdem hat sich in Studien gezeigt, dass eine moderate sportliche Betätigung sehr wichtig ist, Patienten die auch während der Chemotherapie leichten Sport betreiben, vertragen die Therapie besser und sind hinterher schneller wieder fit. Über andere Begleitmaßnahmen wie Vitaminpräparate, Mistelspritzen, Thymusspritzen und Anderes, muss im Einzelfall mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Auch hier gibt es Möglichkeiten.
Muss ich zur Brustkrebsfrüherkennung eine Mammographie durchführen lassen oder reicht das regelmäßige Abtasten?
Antwort Dr. Noesselt: Die Brustkrebsfrüherkennung besteht aus der Mammographie, dem Abtastung der Brust und Kontrolle auf äußerliche Auffälligkeiten. Die Mammographie wird regelhaft und ohne besonderen Verdacht erst ab einem Alter von 40-50 Jahren durchgeführt.
Die Mammographie ist die sicherste Früherkennungsuntersuchung, da man häufig (aber leider nicht immer) einen Tumor früher erkennt als man ihn tasten kann. Darüber hinaus kann man gelegentlich auch Veränderungen wie Mikroverkalkungen erkennen, die bei besonderer Form und Beschaffenheit (einzeln gelegen sind sie meist ungefährlich) eine Vorstufe eines bösartigen Tumors darstellen können, lange bevor ein Knoten entstanden ist.
Zusätzlich kann eine Ultraschalluntersuchung der Brust weitere Sicherheit geben. Diese kann auch schon in jüngerem Alter vorgenommen werden.
Meine Freundin ist mit 50 Jahren zum Mammographie-Screening eingeladen worden. Ich bin erst 48 Jahre. Muss ich deshalb die Mammographie selbst bezahlen?
Antwort Dr. Noesselt: Leider ja, da das Gesetz zur Brustkrebsfrüherkennung erst Frauen ab 50 Jahren und bis zum Alter von 70 Jahren eine kostenfreie Mammographie alle 2 Jahre garantiert. Wenn sie jünger oder älter sind, muss die Mammographie selbst bezahlt werden, es sei denn, dass ihr Frauenarzt hat bei der Brustuntersuchung einen unklaren oder verdächtigen Befund erhoben hat, der durch eine Mammographie abgeklärt werden soll. Dann ist diese kostenfrei.