Onkologiesymposium
Onkologiesymposium in Bad Gandersheim
Am 8. August 2009 fand im Kurhaus Bad Gandersheim das 19. Onkologie-Symposium parallel zu den Gandersheimer Domfestspielen statt. Die Leitthemen des diesjährigen Symposiums waren Nierenzellkarzinom, Mammakarzinom und Schmerz. Die Veranstalter, Dr. Detken, Northeim, Prof. Gärtner, Bad Gandersheim und Prof. Schmidt, Hameln, konnten sich über mehr als 200 Besucher bei dieser Veranstaltung freuen.
Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch Prof. Gärtner, Paracelsusklinik Bad Gandersheim und Grußworten des stellvertretenden Bürgermeisters der Stadt Bad Gandersheim eröffnete Prof. Trümper, Abteilung Hämatologie der Universitätsmedizin Göttingen, die Vortragsreihe mit Erläuterungen über die Entwicklung neuer regionaler Versorgungsstrukturen, insbesondere durch die Gründung des Göttinger Comprehensive Cancer Centers (G-CCC), dem er selbst vorsteht. In seinem Vortrag machte Prof. Trümper deutlich, dass durch die Verzahnung des Göttinger Krebszentrums mit regionalen Kooperationspartnern im ambulanten und stationären Bereich, eine individualisierte Tumortherapie auf höchstem medizinisch-wissenschaftlichem Niveau für die Bevölkerung ermöglicht wird.
Wie eine ausgesprochen komplexe medikamentöse Therapie mit modernen Medikamenten an die individuelle Krankheitsverläufe von Patienten mit Nierenzellkarzinom im fortgeschrittenen Stadium angepasst wird, darüber berichtete Dr. Grünwald von der Abteilung Hämatologie/Onkologie an der Medizinischen Hochschule Hannover.
Dr. Dörner, Radiologische Praxis in Northeim, leitete den 2. Themenkomplex zum Mammakarzinom mit seiner Vorstellung des Mammakarzinom-Screening-Programmes in Südniedersachsen ein. Möglichkeiten und Grenzen des Vorsorgeprogrammes wurden auch in der Diskussion des Vortrages zur Bildgebenden Diagnostik des Mammakarzinomes von Prof. Fischer, Radiologe in Göttingen, klar herausgestellt, nachdem Prof. Rüschoff, Pathologie Nordhessen, die derzeitige und auch die zukünftige Bedeutung prognostischer und therapeutischer Marker in der Pathologie des Mammakarzinoms anschaulich dargestellt hatte. Aufbauend auf den zuvor beschriebenen diagnostischen Grundlagen erläuterte PD Hawighorst von der Abteilung Gynäkologie der Universitätsmedizin Göttingen den derzeitigen Stand der operativen Therapie des Mammakarzinomes. Die medikamentöse Therapie des Mammakarzinomes, referiert von Prof. Lück, Gynäkologe in Hannover, und die Möglichkeiten der modernen Strahlentherapie in der Behandlung von Brustkrebs, vorgestellt von Prof. Hess, Strahlentherapie der Universitätsmedizin Göttingen, rundeten den therapeutischen Teil der Vorträge zum Mammakarzinom ab.
Die Bedeutung einer leitliniengerechten Rehabilitation einschließlich psychoonkologischer und physikalischer Therapie für den weiteren Verlauf einer Brustkrebserkrankung machte Prof. Schröck, Paracelsusklinik Scheidegg, deutlich.
Zum 3. Vortragsthema des Symposiums hielt Dr. Hirn von der Abteilung Anästhesiologie ein umfassendes Referat zu Schmerzentstehung und Interventionsmöglichkeiten. In dem Vortrag wurden auch mögliche Perspektiven für neue medikamentöse Therapieansätze in der Behandlung des Schmerzen vorgestellt, bevor Dr. Alt-Epping von der Abteilung Palliativmedizin der Universitätsmedizin in seinem abschließenden Vortrag zur medikamentösen Schmerztherapie den derzeitigen Stand der Möglichkeiten aufzeigte.
Prof. Schmidt, Kreiskrankenhaus Hameln, bedankte sich bei allen Referenten für die hochkarätigen Vorträge und bei den Zuschauern für die angeregte Diskussion. Nach einem außerordentlich heißen Sommertag, der den Symposiumsteilnehmern einiges an Kondition abverlangt hatte, fiel der übliche Ausklang der Tagung bei den Domfestspielen buchstäblich ins Wasser. Der Besuch der Festspiele konnte aber am folgenden Tag nachgeholt werden.

